So ist das Leben – So oder So ;-)
Archiv für Oktober 2008
Lust auf ein Konzert?
29. Okt
Die habe ich natürlich immer und schon alleine deswegen konnte ich meinem Vater diese Einladung nicht ausschlagen. Also rein ins Auto und ab in die Provence, die in unserem Fall der Hafen in Innsbruck war. Dort gastierte die ‘Spencer Davis Group’, eine handvoll alter Männer, die ihre Midlifecrisis schon vor 23 Jahren hatten, wie es der Bassist Colin Hodgkinson ausdrückte. Gut, der Mann an den Keys war etwas jüngeren Semesters und gleich wie der Drummer - aus Deutschland.
Spencer Davis
Diese teilweise alten Knacker -Spencer Davis ist immerhin 69- heizten den mäßig erschienenen Besuchern kräftig ein und es war eine wahre Freude diesen virtuosen Musikern zuzuhören, die ihr Programm mit viel Witz, Charme und Können präsentierten. Die zweistündige Performance verging wie im Flug und es kam mir vor, als hätten sie gerade mal eine halbe Stunde gespielt. Am Beeindruckendsten fand ich einen Auftritt des Bassisten, der eine Interpretation von “San Francisco Bay” vortrug…soon on youtube!
Jeder Musiker alleine ist schon eine Klasse für sich, was dieser Formation einen wirklich edlen Schliff verlieh. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich sofort mit CDs eindeckte.
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“Oed!”
23. Okt
dachte Wrtlprnft und sah verträumt aus dem Fenster. Es begann leicht zu regnen und Wrtlprnft betrachtete die sich langsam bildende Pfütze unter der desolaten Dachrinne. Grinsend kam ihm in den Sinn, dass diese trübe Lache sinnbildlich für seine Reise in die Bundeshauptstadt eintrat. Alles begann damit, dass sich der Gleichgesinnten fünf am Freitag auf den Weg machten und nach einer mehrstündigen Autofahrt vor den Pforten Wiens standen. Kurz darauf konnten sie ihr Quartier beziehen, welches im Herzen der Stadt lag und den wunderbaren Duft von abgestandenem Fett verbreitete. “I wüs ja ned kaufen”, erwähnte der Tiroler Moser schmunzelnd, als er die Reserviertheit in den Augen seiner Kumpanen erblickte. Wrtlprnft war es einerlei. Seit dem Leichenfund bei seinem morgendlichen Kanossagang, wie er den Weg zur Arbeit scherzend nannte, war er froh um jede ihm sich bietende Abwechslung, um diese Bilder, die er zuerst mit achtlos entsorgtem Hausmüll verwechselte zu vergessen. Hätte er sich doch nicht von seiner Neugier leiten lassen, so hätte er sich auch nicht vergewissern müssen. Aber er hatte in den sauren Apfel gebissen und gar schreckliches zu Tage gefördert. Wie schnell, so dachte er sich, kann doch ein Leben enden. Aber in diesem Fall endete das Leben nicht – es wurde beendet. Was ging in einem Menschen vor, der imstande war derartiges zu vollbringen. Wrtlprnft kannte das Opfer flüchtig. Es war ein Mädchen, das ihm schon öfter in seiner Nachbarschaft aufgefallen war, welches er in Evas Kostüm, bedeckt von Laub und versteckt im Unterholz fand.
Inzwischen waren sie bei Matts Würstelbude angelangt und bestellten nach alter Tradition Pferdeleberkäs’. Ihr Ziel war ein Lokal, das den Namen “Szene Wien” trug. Dort gaben sich Musikgruppen wie Alestorm, Hollenthon oder Tyr ein Stelldichein. Wrtlprnft mochte diese Veranstaltungen, wo man sich, entfesselt durch den maßlosen Bierkonsum, seiner Gedanken im Takt der Musik schüttelnd entledigen konnte. Allerdings führte es auch dazu, dass er den Heimweg nur mehr durch einen schweren grauen Schleier wahrnahm. So konnte er auch den Pizzaladen, den sie noch aufsuchten, nur mehr ungenau beschreiben. Verkauften die dort wirklich Gummipizzas? ”Schwamm drüber”, dachte er sich und versuchte gemeinsam mit seinen Begleitern in den dritten Stock und weiters in sein Nachtlager zu gelangen.
Beim morgentlichen Frühstück entschied man sich doch für eine baldige Heimfahrt und Wrtlprnft war es zufrieden, denn obwohl er gerne auf Achse war, so freute er sich trotzdem immer wieder auf sein gemütliches Zuhause. Selbst als man die Ausfahrt “Oed” nahm, dachte Wrtlprnft noch an nichts Böses. Doch es sollte anders kommen. (…)
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*gähn*
17. Okt
Endlich gibts ein neues Bildl des Monats.
Ach ja, da war doch noch was….RICHTIG: Morgen äh heute gehts ja abt nach Wien um ein wenig der Musikkultur der Nordischen Mannen zu frönen. Die Rede ist von Tyr, Hollenthon und anderen, die wir uns morgen nebst einer echten Wiener Wurstspezialität zu Gemüte führen. Mehr dazu hinterher.
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“Das kann ja Eiter werden”
10. Okt
grummelte Wrtlprnft, als er aufwachte und mit seiner Zunge die Würze des Holzbodens vermischt mit Blut wahrnahm. Wrtlprnft war, wie so viele seiner Art – ein überzeugter Hagestolz im Besten Alter und eigentlich konnte ihn nichts und niemand aus der Ruhe bringen. Gut, wenn er das eine oder andere Gläschen Roten genoß konnte es schon vorkommen, dass er sich dazu verleiten ließ in Gesprächen seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, aber im Großen und Ganzen war er das, was man unter ‘gemütlich’ verstand. Wrtlprnft erhob sich ächzend vom Fußboden, tappte im Dunkeln in die Richtung wo er die Tür vermutete und fluchte erneut. Nicht genug, dass sein Tag mit einem Sturz aus dem Bett begann, er mußte auch noch einen schmerzenden großen Zeh hinnehmen. Wrtlprnft war alles andere als ein Morgenmensch, aber seine Anstellung als Bürokrat ließ ihm meistens keine andere Wahl. ’Der frühe Vogel fängt den Wurm’, pflegte sein Vorgesetzter immer zu sagen, während er genüßlich sein Pfeifchen schmauchte. Wrtlprnft konnte ihn wegen seiner inkompetenten Befehle, die er gab, nicht leiden, doch was sollte er tun. Er hielt sich nun mal nicht immer an die Vorschriften und solange Brandlevsky, so hieß sein Vorgesetzter, ihm den Rücken frei hielt, mußte er wohl oder übel gute Miene zum bösen Spiel machen. Wrtlprnft verließ seine Wohnung. Da er sowieso schon spät dran war, entschloss er sich die Abkürzung zum Bahnhof zu nehmen, die über ein schluchtartiges Tälchen direkt auf den Bahnsteig führte. Er lauschte bedächtig dem Knirschen unter seinen Füßen, als er plötzlich stutzte. Inmitten des ihn umgebenden Gebüsches konnte er etwas ausmachen, das dort normalerweise nichts zu suchen hatte. Wrtlprnft erstarrte. Konnte es wirklich sein? Gab es immer noch Leute, die ihren Hausmüll auf diese altmodische Weise entsorgten? (…)
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