So ist das Leben – So oder So ;-)
Gschichtln
Wenn das schon mal klar sein würde…
09. Feb
Gelangweilt starrte Wrtlprnft an die Decke. Es war wieder einer dieser Momente, wo das Leben für einen kurzen Augenblick still zu stehen schien und ihm die Gelegenheit gab zu resümieren. Ein kleiner Kater konnte Wrtlprnfts Hilfe gut gebrauchen und dieser Umstand ließ ihn nachdenken. Er mochte Katzen eigentlich noch nie sonderlich gerne und konnte ihnen auch nichts abgewinnen. Wrtlprnft versuchte sich krampfhaft an die Situation zu erinnern, die ihn diese Antipathie entwickeln ließ aber er konnte sich nur noch dunkel an seine Kindheit erinnern. Es mußte irgendwann noch zu Lebzeiten seiner Großeltern gewesen sein, denn dort hatte man den Umgang mit Katzen gepflegt. Er konnte sich nur noch dunkel an zwei Katzen erinnern, die in den Innhöfen ihre Heimat hatten. Dracula und Poppi, wenn er sich nicht irrte. Plötzlich konnte er sich an diese getiegerte, gutmütige und überaus zahme Katze Dracula erinnern. Er konnte sich auch noch daran erinnern, dass er sie mochte. Da fiel es ihm wie Schuppen vor die Augen: Es war Poppi die ihm die Lust auf Katzen gründlich verdarb. Dieser schwarze Kater mit dem weißen Fleck auf der Brust versäumte es zu keiner Minute seine Gönner mit seinen scharfen Krallen zu traktieren. Daher rührte also seine Abneigung. Wrtlprnft hielt inne. Er merkte, dass er plötzlich lachen mußte und entschied sich für die guten Sache. Er erhob sich also von seinem Platz, schritt über verschneite Steinplatten zum Nachbareingang und drückte auf den Klingelknopf. Er wäre hier um sich die Katze mal anzusehen, hörte er sich sagen, denn er war gedanklich schon längst einen Schritt weiter. Als er die Küche betrat, war vom Kater keine Spur. Er war einfach nicht auszumachen. Plötzlich sah er, wie es unter der Eckbank herausblinzelte. Er hatte ihn gefunden. Während er so saß und auf die einsetzende Neugier des Tieres wartete, erzählten ihm seine Nachbarn die Geschichte. Eine Freundin des Paares, so wurde berichtet, habe aufgrund ihres Berufes als Tierärztin (Wem gehören meine Socken?
) die Fürsorge übertragen bekommen und hielt den Burschen seit Kurzem in einer Reisebox in ihrer Praxis. Sie selber müsse aus beruflichen Gründen verreisen und suche jemanden, der auf den Kater achtet. Meine Nachbarn erklärten sich dazu bereit und erhielten die Option des Behaltens. Pauli, so der werte Name, ließ nicht lange auf sich warten und kam aus seinem Versteck gekrochen, jedoch jedes noch so kleine Geräusch ließ ihn wieder entschwinden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wrtlprnft schon den Entschluss gefasst den kleinen Burschen zu behalten.
Die Adoptionspapiere sind noch nicht fertig und Fotos folgen noch.
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Des Wrtlprnfts Freude
19. Okt
Des Wrtlprnfts Freude war es ja schon seit je her, wenn der raue Atem des Winters den Schnee auf die Erde fallen ließ. Er mochte diese weiße Winterlandschaft und die schneebedeckten Straßen, die er mit seinem allradgetriebenen Wagen durchpflügen konnte. Umso mehr erfreute ihn dieser plötzliche Wintereinbruch mitten im Herbst. Er konnte es kaum fassen, als er aus dem Fenster auf diese weiße Pracht sah. So geschah es, dass er einen dienstlichen Auftrag übernahm, der ihn auf den schönen Pillberg fahren hieß und zwar zum Gasthof Frieden. Der Wrtlprnft, inspiriert vom sanften Surren des ‘hybrid synergy drive’s’ seines Dienstwagens, der leider ohne Allrad, jagte den Wagen die enge Bergstraße hoch, mißachtend, dass noch Sommerreifen für den Vortrieb des Prius mitverantwortlich waren. Dieser rettete sich zwar noch einige hundert Meter vorwärts, aber kurz vor der Abzweigung zum Berggasthof ‘Loas’ nützen auch die aufwändigen technischen Helferlein nichts mehr. Das Auto blieb mit einem ‘wititititiiiiieeet’ liegen. Es war dem Wrtlprnft sehr mulmig zumute, als er den Ernst der Lage erkannte. Er hieß den Beifahrer aussteigen und die letzten paar Meter zu Fuß zu gehen und von jetzt an brauchte er Zeit. Ganz vorsichtig setzte er den Wagen zurück und merkte, wie schwierig es war nicht die Kontrolle zu verlieren. Er entschloss sich seinen alten Spuren zu folgen, um nicht wieder durch den Neuschnee zu pflügen und vollends den Bodenkontakt zu verlieren. Immer und immer wieder verlor der Wagen die Bodenhaftung und rutschte seitlich weg. So vergingen an die 15 Minuten, bis Wrtlprnft die erste Kehre erreichte, wo er, übermütig nach der langen Rückwärtsfahrt, sofort das Lenkrad nach rechts einschlug und auf die Bremse trat, um eine elegante Kehrtwendung hinzulegen. Er hatte immerhin den Ruf ‘König auf Schneefahrbahnen’ zu verlieren, der ihm durch den treuen Gefährten Sesom zuteil wurde. Die Erholung von seinem Husarenritt währte nur kurz, denn schon läutete das Telephon den nächsten Auftrag ein…
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